Demokratie erleben
„Demokratie muss erfahren werden“ (Hertie, 2023, 27): Das ist eine zentrale Zielsetzung zeitgemäßer Demokratiebildung. Sie zeigt sich in vier konkreten Ausprägungen (Hertie, 2023):
Demokratie findet ihren angemessenen Ausdruck im Schulalltag durch eine Beteiligung der Schülerinnen und Schüler.
Im Bereich Schülerpartizipation werden hierzu eine Vielzahl an guten Beispielen aufgezeigt. Gerade in der Stärkung bereits vorhandener basaler demokratischer Elemente (z.B. Klassensprecherwahlen) und Partizipationsmöglichkeiten (z.B. Schülermitverantwortung) lag ein Schwerpunkt im Schulversuch Werte.BS.
Die Debatte ist ein wesentlicher Baustein demokratischer Willensbildung. Dazu gehört das Ringen um und mit Argumenten, aber auch das Finden von Kompromissen.
Good-Practice-Beispiele: Planspiele
Besonders im Rahmen von Planspielen können Schülerinnen und Schüler die argumentative Auseinandersetzung als Element einer auf Dialog ausgerichteten Demokratie erleben.
„Wahlkampf und Bundestagswahl“
Um den Schüler/-innen das Thema Bundestagswahl näherzubringen, wurde am Beruflichen Schulzentrum Scheinfeld ein Planspiel als handlungsorientiertes Lernformat entwickelt. Damit sollen vor allem auch demokratische Werte (z.B. argumentative Entscheidungsfindung, Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen) erlebbar werden.
Die Materialien zum Planspiel finden Sie im Mebis-Kurs zur Einführung des neuen Lehrplans Politik und Gesellschaft in Bayern über diesen Link (Materialien zur 11. Jahrgangsstufe, Beispiel „11.3.1 Planspiel Bundestagswahl“). Der Mebis-Kurs umfasst viele weitere Unterrichtsmaterialien zum PuG-Unterricht in allen Jahrgangsstufen – schauen Sie gerne rein! Die Zugangsdaten zum Kurs erhalten interessierte Lehrer/-innen über die Fachbetreuer/-innen für Politik und Gesellschaft an ihrer Schule oder die Fachmitarbeiter/-innen für Politik und Gesellschaft an den Regierungen.
„Mühlbach goes Europe“
Schülerinnen und Schüler der Berufsschule II Bamberg beschäftigten sich im Rahmen des Planspiels „Mühlbach goes Europe“ mit einem verfallenen Mühlenkomplex; dabei steht eine fiktive EU-weite Ausschreibung zur Biodiversität im Mittelpunkt. Das Szenario und die spielerische Vermittlung bieten einen geeigneten Zugang zur komplexen Thematik der Bioökonomie in ländlichen Räumen.
Schule darf kein realitätsferner Raum sein und lebt von der Begegnung mit der Gesellschaft – gerade vor Ort. Zudem liegt in der Kooperation u.a. mit Einrichtungen der politischen Bildung (z.B. Landeszentralen) und zivilgesellschaftlichen Institutionen ein großes Potential.
Good-Practice-Beispiele
Auszubildende der KBS Deggendorf engagieren sich als Wahlhelfer/-innen
Zur Bundestagswahl 2021 gaben die Auszubildenden der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf nicht nur erstmalig ihre Stimme ab, sondern wirkten als Wahlhelfer/-innen auch aktiv an der Auszählung der Briefwahlstimmen mit. Für die zwölf jungen Erstwähler/-innen war es eine interessante Erfahrung, Einblicke in den Ablauf demokratischer Abstimmungsprozesse zu erhalten.
Die Auszubildenden berichten hier von ihren Erfahrungen als Wahlhelfer/-innen.
Juniorwahlen
An vielen bayerischen Berufs- und Berufsfachschulen hat sich die Durchführung von Juniorwahlen etabliert: Im Rahmen von Landtags-, Bundestags- und Europawahlen wird eine realitätsgetreue Wahlsimulation organisiert. Der Verein Kumulus e.V. stellt dabei didaktisches Unterrichtsmaterial zur Vorbereitung der Wahl sowie alle Wahlunterlagen und –materialien zur Verfügung.

Kein Platz für Rassismus
Übergabe der Antirassismus-Bank an die UNESCO-Projektschule Pegnitz
Jürgen Prinz, Fachbetreuer für Politik und Gesellschaft/UNESCO, übergab die von der Bau- und Holzabteilung gefertigte Antirassismus-Bank an die Schulleiterin Annett Becker (OStDin). Gemeinsam mit der UNESCO-Schulkoordinatorin Tamara Schickel und der Klasse 5a wurde die Bank feierlich eingeweiht. Sie fand beim Kollegium und bei den Schülerinnen und Schülern der UNESCO-Projektschule Pegnitz großen Zuspruch. Nach einer Besichtigung der Schule und einem kleinen Imbiss standen noch die schuleigenen Bienenstöcke auf dem Programm – ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Nachhaltigkeit unter der Leitung von Tamara Schickel. Auch im Lehrerzimmer wurde Herr Prinz herzlich empfangen und die hochwertige Verarbeitung der Bank fand große Anerkennung.
Weitere Good-Practice-Beispiele, Informationen und Angebote finden Sie im Bereich Externe Kooperationspartner.

Verkehrsschilder der Gerechtigkeit
Die Staatliche Berufsschule 1 Deggendorf hat in regionaler Zusammenarbeit die „Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ im Schulhaus sichtbar gemacht und einen Stationenlauf entworfen. HIER ist eine Projektbeschreibung, HIER finden sich die Laufzettel der acht Stationen.

- In einer auf Handlungsorientierung ausgerichteten Schulart kommt dem Engagement im Rahmen der Demokratiebildung eine besondere Bedeutung zu.
Good-Practice-Beispiel
Service Learning – Lernen durch Engagement
An zahlreichen Berufsschulen und Berufsfachschulen in ganz Bayern setzen Schülerinnen und Schüler ihre beruflichen Kompetenzen für gemeinnützige Zwecke ein: Ob beim Bau von Tiny Houses für Obdachlose oder bei der Erstellung einer Social-Media-Plattform für eine soziale Einrichtung. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt Service Learning.
Literaturtipp:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung (Hrsg.) (2023): Mehr und besser. Vorschläge für eine Demokratiebildung von morgen. Bericht der Hertie-Kommission Demokratie und Bildung im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Frankfurt am Main: Günther Druck. Hier geht’s zur Publikation.





