Führung

„Werte – und Demokratieorientierung sind die fundamentale Basis jeden Führungshandelns“

Dieses Statement stammt aus einer Befragung der Schulleitungen im Schulversuch Werte.BS bei der wir wissen wollten: Was bedeutet Führung mit Blick auf Werte- und Demokratiebildung? Dabei haben unsere befragten Schulleiter/-innen folgende Führungsaufgaben als zentral identifiziert (beim Klick auf die einzelne Führungsaufgabe öffnet sich ein Menü mit Originalzitaten aus der Befragung):

„Werte- und Demokratiebildung muss man als Schulleiter vorleben!“

„Die Schulleitung zeigt generell in ihrem Handeln die große Bedeutung von Werten und Demokratie“

„Werte- und Demokratieorientierung sind die fundamentale Basis jeden Führungshandelns“

„Die Schulleitung ist dafür verantwortlich, Werte- und Demokratiebildung in der Schule zu verankern und ihr einen entsprechend wichtigen Stellenwert zu verleihen.“

„Einbindung von Lehrkräften und Schülervertretungen in Entscheidungsprozesse“

„Es ist wichtig, dass die Schulleitung die Förderung einer offenen Diskussion über verschiedene Themen und Meinungen innerhalb der Schule unterstützt und vorantreibt.“

„Wir möchten ein Klima der offenen Diskussion fördern und dazu beitragen, dass alle Meinungen gehört und berücksichtigt werden“

„Die Schulleitung legt generell Wert darauf, bei Entscheidungen die betroffenen Akteure […] mit einzubeziehen“

„Möglichkeiten der Entfaltung bieten“

„Die [im Rahmen von Werte.BS] an die Lehrkräfte weitergegebene Freiheit hat zu großer Kreativität geführt.“

„Im Rahmen der rechtlichen Grenzen können die Mitglieder der Schulfamilie weitgehend eigenständig agieren – die Schulleitung sieht ihre Aufgabe darin, beratend und steuernd zur Seite zu stehen.“

„Impulsgeber, die diese Thematik immer wieder in Erinnerung bringt“

„[…] müssen die Schulleitung und das gesamte Kollegium für die Schüler/-innen erkennbar machen, dass Zusammenleben nur gelingt, wenn eine gemeinsame Wertebasis vorhanden ist.“

„In Fällen von Fehlverhalten von Schüler/-innen vertritt die Schulleitung eine klare, werteorientierte Haltung.“

„Dabei ist meines Erachtens mitentscheidend, wie wertschätzend sich die Schulleitung gegenüber Kolleg/-innen, Schüler/-innen, Eltern, Ausbilder/-innen und anderen Partnern verhält.“

„Ein wertschätzender Umgang mit allen an der Schule beteiligten Personen ist für mich besonders wichtig.“

„Dabei ist uns ein partnerschaftlicher Umgang auf Augenhöhe mit den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sehr wichtig“

Große Bedeutung der mittleren Führungsebene an den Berufsschulen

Der Fokus richtet sich häufig sehr stark auf die Schulleitung. Aber gerade an den Berufsschulen und Berufsfachschulen kommt der mittleren Führungsebene (u.a. den Abteilungs- und Bereichsleiter/-innen) eine bedeutende Rolle zu. Das gilt speziell für die Werte- und Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe für die ganze Schule: Ihre Bedeutung und Wertigkeit muss sich nicht nur im Handeln der Gesamtschulleitung zeigen, sondern auch im Führungsverhalten der angesprochenen mittleren Führungsebene. Diese trägt i. d. R. die fachliche Verantwortung für einen Fachbereich bzw. eine berufliche Abteilung und ist somit maßgeblich an der konkreten Umsetzung von Werte- und Demokratiebildung in den einzelnen Ausbildungsberufen beteiligt. Zudem bewegen sich die Lehrkräfte im Alltag vor allem im Rahmen „ihrer“ (beruflichen) Abteilung an der Schule, weshalb gerade die Abteilungs- und Bereichsleitung oftmals die Orientierung gebenden, unmittelbaren Führungspersonen sind.

Literaturtipp:
vbw [Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft] (Hrsg.) (2020): Führung, Leitung, Governance: Verantwortung im Bildungssystem. Gutachten. Münster: Waxmann.
HIER geht’s direkt zum Gutachten

Konkrete Einblicke in die Arbeit der Werte.BS-Schulen

Werte- und Demokratiebildung aus dem Blickwinkel eines Schulleiters
Ausgehend von der Resonanztheorie von Hartmut Rosa zeigt Wendelin Ferstl auf wie Werte- und Demokratiebildung als Führungsaufgabe an
der Schule konkret verstanden und umgesetzt werden kann. Herr Ferstl ist Schulleiter an der Berufsschule Eichstätt (Modellschule im Schulversuch Werte.BS).

Werte- und Demokratiebildung als Führungsaufgabe
Ein Gespräch mit Simone Aslanidis (Schulleiterin, Franz-Oberthür-Schule Würzburg), Wendelin Ferstl (s.o.) und Matthias Freitag (stv. Schulleiter, Berufsschule II Bamberg)
Die Gesprächsrunde unter der Moderation von Stefan Rieder diskutiert u.a. darüber, was eine werte- und demokratieorientierte Schulleitung ausmacht, wie sich das im alltäglichen Führungshandeln zeigt und was die Aufgabe der mittleren Führungsebene bei der Werte- und Demokratiebildung ist.