Organisation

Was macht die Organisation Schule zu einem werte- und demokratiebildenden Ort?

  • Schule muss von einem werteorientierten Führungsverständnis geprägt sein und Räume für Schülerpartizipation eröffnen.

  • Die Schulentwicklung wird als gemeinsames Anliegen der Schulgemeinschaft verstanden und partizipativ unter Einbeziehung aller an Schule Beteiligter im Rahmen des Qualitätsmanagements vorangetrieben.

  • Handlungsleitend sind dabei die im Konsens gewonnen Werte und Ziele der Schulgemeinschaft. Sie prägen auch eine spezifische Schulkultur, in welcher Werte und Demokratie erfahr- und erlebbar werden, z.B. in schulweiten Initiativen und Aktionen.

Schule ganzheitlich denken

Schon Aristoteles wusste: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ So verhält es sich auch an jeder Schule, in der sich viele kleine Teile zu einem ganz eigenen Mikrokosmos zusammenfügen. Ob Schulleitung, Lehrkräfte oder Schüler/-innen – jeder wirkt im schulinternen Zusammenspiel auf seine Weise. Und auch „harte Fakten“ wie die geographische Verortung der Schule (z.B. Nähe zu Museen, Gedenkstätten), die Struktur (z.B. Ausbildungsberufe, mehrere Standorte) oder die Raum- und Gebäudesituation spielen hier eine Rolle.

Unsere Werte.BS-Schule in Eichstätt hat – mit Blick auf die Werte- und Demokratiebildung – dieses ganz Individuelle in Form eines Plakats für ihren Schulstandort eingefangen:

Weitere Informationen zu den im Plakat aufgeführten Beispielen Wertewegweiser, Wertekommission und Wertekoffer finden Sie weiter unten im Abschnitt Gemeinsam Schule wertvoll gestalten

Werte- und demokratieorientierte Schulkultur

Jede Schule ist damit ein einzigartiger Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum mit einer ganz spezifischen Schulkultur. Werte und Demokratie müssen sich hierbei im konkreten Erleben und Handeln zeigen. Die Schulleiter/-innen der Werte.BS-Schulen haben in einer Befragung folgende Elemente einer werte- und demokratieorientierten Schulkultur identifiziert:

  • Wertschätzung und Verständnis im Umgang miteinander

  • offene Kommunikation in der Schulfamilie

  • positive Haltung der Lehrkräfte gegenüber Schüler/-innen

  • Entscheidungsspielräume und Entfaltungsmöglichkeiten für alle Akteurinnen/Akteure; Partizipationsmöglichkeiten für Lehrkräfte (im Rahmen des QmbS) und Schüler/-innen (z.B. über die SMV)

Literaturtipp: ISB-Handreichung „Werte bilden. Impulse zur wertebasierten Schulentwicklung“; auch digital HIER verfügbar.

Gemeinsam Schule wertvoll gestalten

Wesentliches Element einer werte- und demokratieorientierten Schulkultur sind die vielfältigen, oft schulweit angelegten Projekte und Aktionen. Dabei engagierten sich Werte.BS-Schulen u.A. in der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, beteiligten sich an Registrierungsaktionen der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderkartei) oder führten Spendensammlungen (z.B. für die Aktion „Sternstunden“, Ukraine-Hilfe, Hochwasseropfer) durch. Einen besonderen zeitlichen Schwerpunkt dieser Aktivitäten (im Jahresverlauf) bildet hierbei immer die Vorweihnachtszeit. Dabei reicht die Bandbreite von Nikolaus- und Geschenkaktionen über das Verschicken von Weihnachtspaketen an Bedürftige bis hin zur Durchführung eines Weihnachtsmarktes mit anschl. Spende des Erlöses.

Verkauf von selbsthergestellten Imkerwaren am BSZ Nürn-berger Land im Rahmen eines Weihnachtsmarktes

Zwei außergewöhnliche Beispiele für eine gelebte Schulkultur sollen an dieser Stelle gesondert vorgestellt werden:

Wertewegweiser, Wertekommission und Wertekoffer

Um einen Dialog rund um das Thema „Werte“ anzustoßen, entstanden an der Berufsschule Eichstätt drei unterschiedliche Ansätze: Der Wertwegweiser, die Wertekommission und der Wertekoffer.

Wertewochen an der Berufsschule Ostallgäu

Im Verlauf der Jahre konnte sich eine Wertewoche als fester Bestandteil im Schuljahr der Berufsschule Ostallgäu verankern. Die Zielsetzung der Wertewoche ist, dass jede einzelne Klasse gezielt in einer Woche des Jahres Wertethemen im Unterricht aufgreift.

Berufsschulen und Berufsfachschulen sind Orte der Vielfalt und Begegnung

Ein wesentliches Kennzeichen des Lernortes Berufsschule ist die große Heterogenität der Schülerschaft, insbesondere in Bezug auf

  • Alter

  • Herkunft

  • Bildungshintergrund

  • Religion

  • Inklusionsbedarf

Gerade in dieser Vielfalt liegt ein großes Potential für die Gestaltung der Berufsschule und Berufsfachschule. Denn sie lädt ein

  • Räume für Begegnung und Austausch zu schaffen,

  • Vielfalt in all ihren Facetten erlebbar zu machen,

  • wechselseitige Unterstützung zu ermöglichen und

  • ein tolerantes und wertschätzendes Miteinander einzuüben und zu praktizieren.

Letztlich zählen Berufsschulen zu den Orten in unserer Demokratie, an denen viele verschiedene gesellschaftliche Milieus aufeinandertreffen. Mehr dazu finden Sie im Bereich Heterogenität auf dieser Plattform.

Beratungs- und Unterstützungsangebote als wesentlicher Bestandteil einer wertschätzenden Schule

Ein wichtiger Anlaufpunkt für beratungs- und unterstützungsbedürftige Schüler/-innen sind die

  • Beratungslehrkräfte (insb. für Beratung zum weiteren Bildungsweg),

  • die Schulpsychologinnen/Schulpsychologen (z. B. bei Schulleistungs- und Lernproblemen) und

  • die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS, z. B. bei Schwierigkeiten in der Ausbildung).

Darüber hinaus existieren an vielen bayerischen Berufsschulen und Berufsfachschulen verschiedene weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote (z. B. Tutorensysteme, Ansprechpartner für Inklusion/Sonderpädagogik, Schulseelsorge, Suchtbeauftragte).
All diese Unterstützungsformate geben jungen Menschen individuelle Hilfestellung bei besonderen schulischen und außerschulischen Problemlagen – und tragen damit ganz implizit zu einer wertschätzenden Schulkultur bei.